Teil eines Werkes 
1. Theil (1849)
Entstehung
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triumphirenden Lachen, diesmal hatte ſich der kluge Pater Joſeph geirrt in ſeinen Berechnungen. Meine Träume, meine Phantaſteen waren voll Gluth und Leidenſchaft, aber, der Gegenwart, der Wirklichkeit gegenüber fühlte ich mich wieder als unſchuldiges Mäd⸗ chen, als ſchamhaft erröthende Jungfrau! Ich hatte der Liebe ſo lange entgegen gehofft, mein Ohr hatte gedürſtet Worte der Leidenſchaft zu vernehmen, und jetzt, als ich ſie hörte, zog ſich mein Herz vor ihnen wie in einem Krampfe der Angſt, des Entſetzens zu⸗ ſammen, und ich entfloh vor dieſer Gluth, die ich nicht theilte. Aber ich ſchrie nach der Welt, ich rief Himmel und Hölle zu meinem Beiſtand auf, ich fühlte mich wie eine Gefangene, Gefeſſelte, und ich begehrte die Freiheit! Ich begehrte ſie von meinem Bruder mit ſtrömenden Thränen, von Pater Joſeph mit Zorn und

Stolz, von Anſelmo mit knirſchenden Zähnen, mit Ver⸗ achtung und ſchneidendem Befehl. Mein Bruder ver⸗ höhnte mich, Pater Joſeph zuckte die Achſeln, aber Anſelmo,— Anſelmo ſchwur, meinen Willen zu er⸗ füllen, wenn ich ihm dafür gelobte, in einem Jahre die Seine zu ſein, ihm anzugehören in Liebe! Jetzt ſchilderte er mir mit lockenden, verführeriſchen Farben,