Teil eines Werkes 
1. Theil (1849)
Entstehung
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— 50— und ſo will ich ihre ganze Erziehung darauſ richten laſſen, daß ſie eine Nonne wird.

Aber freilich, ich mußte es freiwillig werden, denn mich zu zwingen, dazu fehlte meinem Bruder die Ge⸗ walt und das Recht. Freiwillig, begreifft Du das? Ein Mädchen, in der Fülle der Schönheit und Jugend, die Tochter eines glanzvollen Namens, die Erbin eines ungeheuren Vermögens, ein Weib, dem Feuer ſtatt des Blutes durch die Adern ſtrömte, der die Leiden⸗ ſchaft durch alle Pulſe tobte, die mit all ihren Sinnen und ihren Gedanken dem Leben, der Welt, der Liebe entgegenglühte, ein ſolches Weib ſollte ſich freiwillig entſchließen, Nonne zu werden! Es war ein Rieſen⸗ werk, das mein Bruder Ferdinand da beſchloß, auch fühlte er nicht die Kraft, es allein auszuführen! Zum Glück hatte er einen ſehr klugen, ſehr gewandten Beicht⸗ vater, der das Geld eben ſo ſehr liebte, als mein Bruder ſelber, und dem Ferdinand eine bedeutende Belohnung verſprach, wenn er ihm hülfe, ſeine Zwecke zu erreichen.

Dieſer Beichtvater war Anſelmo? fragte ich neugierig.

Nein! Es war der Pater Joſeph, ein Jeſuit, und ganz bewandert in den Künſten und Geſetzen ſeines