Teil eines Werkes 
1. Theil (1849)
Entstehung
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— 39— Lebens zu ertragen, es ſoll nicht geſagt werden, daß ich jetzt, wo ich matt gehetzt von dieſer Folterpein, mit blutender Bruſt und wunden Füßen mich dem Ziele nähere, daß ich jetzt noch erliegen und mein Gelübde brechen ſollte! Nein, ich werde leben, bis der Tod mich erlöſt! Aber er wird es bald thun!

Woher weißt Du das? Leideſt Du denn ſo ſehr?

O ja, ich leide! ſagte ſie müde. Meine Bruſt, mein Herz, mein Kopf, Alles leidet!

Und Du ziehſt keinen Arzt zu Rathe, rief ich angſt⸗ voll. Du willſt Dich alſo doch tödten?

Nein, ſich ſterben laſſen, heißt nicht ſich tödten, ſagte ſie kopfſchüttelnd. Und dann, es iſt Etwas, noch außer meinen Schmerzen, was mir ſagt, daß es bald vor⸗ über iſt! Jede Nacht, fuhr ſie flüſternd, und gleichſam mit ſich ſelber ſprechend fort, jede Nacht ſehe ich ihn! Nicht mehr, wie ſonſt in Blut gebadet, mit drohenden Blicken, nein, lächelnd ſcheint er mir zu winken, und ſüße Worte der Vergebung und Liebe flüſtern ſeine Lippen. Oh, wie ſchön er iſt, wenn er lächelt, wie bezaubernd, wenn er mich zu ſich winkt! Ja, ja, ich komme, Richard, ich habe alle Qualen durchwandert,