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Sei gnädig! flehte der Prieſter.
Gnädig! ſagte ſie. Gott iſt nicht gnädig, warum ſollte ich es ſein!
Der Prieſter ſank mit einem lauten Aechzen zu ihren Füßen nieder.
Natalie, jammerte er, o habe doch Mitleid, habe Erbarmen. Kann denn meine jahrelange Qual, meine nie ermattende Reue Dich nicht rühren?
Ich verachte den Feigling, der Reue empfindet! ſagte ſie ſchneidend kalt.
Du alſo, Du bereueſt nicht? rief er außer ſich. Selbſt an dem heutigen Tage nicht!
Nein, ſagte ſie, aber ihre Stimme klang dumpf und hohl. Ich bereue nicht, aber ich denke an ihn.
Und Du liebſt ihn noch? fragte der Prieſter zähne⸗ knirſchend.
Grenzenlos! Ewig! rief Natalie, und wie ein Früh⸗ lingshauch, wie eine Morgenröthe, flog ein roſiger Schimmer durch ihre Züge.
Der Prieſter wand ſich zu ihren Füßen. Er weinte bitterlich.
Und ich? ſchluchzte er endlich. Soll ich auf immer verſtoßen ſein? Willſt Du mir niemals verzeihen?


