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der Bruſt gekreuzt, und wie es mir ſchien, Gebete murmelnd. Natalie ſtand noch an dem Pfeiler, ihr bleiches Geſicht durchleuchtete die Dämmerung wie Mon⸗ denlicht. Sie ſtand da, ſo unbeweglich, ſo bleich, daß ich mich fragte, ob ſie nicht wirklich ein ſteinern Hei⸗ ligenbild, und nur vorher, wie durch Zaubergewalt, von ihrem Standort ſich bewegt habe.— Plützlich machte ſie eine Bewegung, ſie lebte alſo, ſie athmete. Das Auge immer ſtarr und drohend auf den Prieſter gerichtet, ging ſie mit ſtolzen, majeſtätiſchen Schritten zu dem Altar hin. Der Prieſter war bei ihrem An⸗ nähern zuſammengeſchreckt, und ſchritt leiſe die Stufen hinunter, ihr entgegen. Immer drohender, immer wil⸗ der ward der Ausdruck ihrer Züge, immer demuths⸗ voller, zerknirſchter das Antlitz des Prieſters. Jetzt ſtanden ſie ſich gegenüber. Er reichte ihr mit einem flehenden Blicke ſeine Hand hin, ſie ſtieß ſte rauh zurück. Natalie! ſeufzte er, wie zerbrochen, tief kummervoll. Und wieder ſtreckte er ihr ſeine Hand entgegen, und wieder ſtieß ſie ſie zurück. Sei barmherzig! flehte er mit herzzerſchneidender Bitte. Barmherzig! ſagte ſie mit kaltem Lächeln. Gott iſt nicht barmherzig, warum ſollte ich es ſein!


