Teil eines Werkes 
1. Theil (1849)
Entstehung
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Unausſprechliches, Herzzerreißendes lag in ihren Blicken, die feſt und gerade auf das Crucifir gerichtet waren, das ſich über dem Hochaltare erhob. Einmal ſchien es mir, als ob ein ſeliges, triumphirendes Lächeln ihr Antlitz überflog, dann aber malte ſich eine wilde, ver⸗ zweiflungsvolle Traurigkeit in ihren Zügen, ſie öffnete die Lippen, als wolle ſie einen Schrei des Jammers, des Entſetzens ausſtoßen. Aber plötzlich preßte ſie die Zähne gewaltſam auf einander, und ihre Augen ſchleu⸗ derten Blitze des Haſſes und des wilden Zornes. Ich folgte ihren Augen der Prieſter am Altare hatte

ſich umgewandt, und ertheilte den knieenden Nonnen

ſeinen Segen und zu ihm hin ſchaute Natalie mit die⸗ ſem Ausdruck des Haſſes und des wilden Zornes. Seltſam! Der Prieſter ſchien, trotz ſeiner heiligen Amts⸗ verrichtung, dennoch dieſen Blick ganz zu empfinden. Er ſchrak leiſe zuſammen, und ſeine Worte verloren ſich in undeutlichem Gemurmel. Die Nonnen hielten es vielleicht für heilige Rührung, denn ſie neigten ihr Haupt tiefer auf ihre Bruſt, und beteten heißer und inbrünſtiger, die Chorknaben ſchwenkten die Becken, daß der Weihrauch in dichten grauen Wolken durch die Kirche zog, und wie mit einem Schleier Alles verhüllte

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