Teil eines Werkes 
1. Theil (1849)
Entstehung
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unverdroſſenem Eifer wachte am Bette der Leidenden, deren anſteckende Krankheit alle andern Nonnen ver⸗ ſcheuchte, doch war es Natalie, die nicht zurückbebte vor den ekelhafteſten Wunden, ſondern ſie verband mit leichter Hand, und ohne irgend ein Zeichen des Ab⸗ 8 ſcheues. Und für alles dieſes liebte man ſie nicht, und der Dank der Geneſenen, die ihr Leben Nataliens Pflege verdankten, dieſer Dank war doch nur gezwungen und verſchüchtert, und er erſtarb unter dem kalten, faſt dro⸗ henden Blicke, mit welchem Natalie ihn anhörte, und ſchweigend, mit einem ſtolzen Neigen des Kopfes, ihn erwiederte. Gerne hätten die Nonnen, ihre Gefährtin⸗ nen und täglichen Genoſſinnen, ſie aus ihrem Kloſter vertrieben, aber es fehlte ihnen der Anlaß, denn Na⸗ taliens Benehmen und Sein war muſterhaft und tadel⸗ los, und den kleinen Aergerniſſen und Häkeleien, welche die frommen Schweſtern in reichlichem Maße und wohl überlegt ihr bereiteten, ſetzte ſie ſtets die verachtungs⸗ vollſte Kälte entgegen, ſie entwaffnend durch ihr un⸗ empfindliches Schweigen. Man nannte ſie im Kloſter die ſteinerne Heilige und wirklich, ſie war wie Mar⸗ mor ſo bleich, und ſo durchſichtig zart, ihre Stirne war rein und klar wie Alabaſter, und ſteinern, un⸗