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Der Majoratsherr / von Theodor Mügge
Entstehung
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Aurel ſprach lange mit ihr und küßte wiederholt ihre Hände. Der Ober⸗Kammerherr ſagte lächelnd zu den Umſtehenden: Freude will Leid, Leid will Freude ha⸗ ben. Es iſt eine Madonna an Lieblichkeit und An⸗ muth, und dabei kaum dreiundzwanzig Jahre alt.

Es gibt wirklich eine Vergelterin, erwiderte ſein Nachbar, der Geſandte, mit einem Ausdruck, als ſpräche er einen ewigen Staatsgrundſatz aus; wenn ihr Walten ſich je ſichtlich offenbart, ſo denke ich, iſt es hier der Fall.

Ein Wittwenjahr in Paris, oder in der Schweiz, oder in Italien, fluͤſterte der Staatsrath. Ich höre, Sir Rodney will heute noch fort. Wahrſcheinlich be ſtellt er Quartier.

Graf Aurel hatte ſeiner Tante und der Gräfin den Arm geboten und trat mit den beiden Damen in die

Mitte des Salons. Hinter der Graͤfin ſtand Fräu⸗

lein Beate, einfach gekleidet, die ſanften Augen nieder⸗ geſchlagen, die Wangen höher gefärbt.

Ein Wort des Dankes und Abſchiedes an Sie, meine Freunde, ſagte Aurel. Ich bin genöthigt, meh⸗ rere Monate auf meinen Gütern zu verweilen, und dieſes Haus wird verlaſſen ſtehen. Alle meine Bitten haben nichts gefruchtet. Meine theure, ſchweſterliche Freundin, Gräfin Leonore der Ober⸗Kammerherr