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Der Majoratsherr / von Theodor Mügge
Entstehung
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laß ihm ſeine Sünden, über die ein höherer Richter einſt das Urtheil fällen wird. Welches Argerniß vor aller Welt wäre ein ſolcher Proceß!— Zeugniß ſollen wir ablegen zu Gottes Ehre ohne Menſchen⸗ furcht, aber wir ſollen nicht herauf beſchwören, was uns Noth und Trübſal macht.— Es gilt nicht die Ehre dieſes verblendeten Mannes allein, es gilt die Ehre unſerer ganzen Familie, und ſo demüthig ich vor Gott bin, ſo bitte ich doch von ganzem Herzen, er möge mich davor bewahren, ſolche Schande in der Menſchen Mund zu bringen. † Du biſt nicht luͤſtern nach Gold und Schätzen, Du willſt friedlich wohnen und genügſam glücklich ſein. Das alles iſt Dir ver— bürgt, mein Kind. Alles, was ich habe, ſoll Dein ſein, mein Teſtament will ich aufheben.— Schüttle den Kopf nicht dazu, Aurel, fuhr ſie fort, als ſie keine Antwort erhielt; ſage Du es ihm, geliebte Tochter, ſage es ihm, daß er ſeinen Zorn dem Herrn über⸗ laſſen muß, der da wachet Tag und Nacht über die, die ſeine Kinder ſind, und wenn die Stunde der Ver⸗ geltung kommt, das Schwert in ſeine Hand nimmt. Höre dieſe mütterliche Bitte, geliebter Aurel, ſagte die zweite Dame. Laß den Ungerechten ihren Triumph;