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Der Majoratsherr / von Theodor Mügge
Entstehung
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darauf hinſah; aber ihr Erſtaunen und ihre Neugier ſteigerte ſich noch mehr, als das knieende Paar auf⸗ ſtand, Graf Aurel die Dame küßte und ſeine volle, tiefe Stimme vernehmbar ſagte: Große Schmerzen läutern die Seele und machen ſie fähig, zu tragen, was das Schickſal ihr auferlegt; große Freude macht mit ihrer Seligkeit uns mild und zur Vergebung ge— neigt— Dein gütiges, edles Herz weiß nichts von Haß und Rache, aber nicht umſonſt haſt Du mich er— mahnt, dem Manne zu verzeihen, der mich ſo bitter gekränkt, ſo ſchwer gereizt, ſo grauſam verfolgt hat. — Ich vergebe ihm von ganzem Herzen um dieſe hier, die mir alles erſetzen will, was er mir gethan, die ich liebe, die mich liebt; aber was mein Recht

ſoll mein Recht bleiben! Der Sünde ſoll man nicht den Sieg laſſen, ſondern mit ihr darum ſtreiten; vor dem Laſter ſoll man nicht feige fliehen, ſondern es bekämpfen. Nein, theuerſte Tante, ich habe gelobt, nicht nachzulaſſen, bis die Wahrheit an den Tag kommt, und was ich zu ihrer Giſorſchung thun kann, will ich verſuchen.

Ach, mein Kind, erwiderte die Dame, und Fräu⸗ lein Hannchen war nicht mehr in Zweifel, daß es die Präſidentin ſei, laß ihm ſeinen ungerechten Mammon,