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früh bis ſpät, Jahr ein, Jahr aus, jedes Zeichen ei⸗ nes Fehlers, einer Nachläſſigkeit oder eines Unterſchleifs in den Haufen der verſchiedenartigſten Rechnungen, Nachweiſe oder Belege. Jede Zahlung mußte aufs pünctlichſte einlaufen, oder Winkel war bei der Hand mit einem anmahnenden Schreiben; jede Pacht⸗ und Contract⸗Bedingung, wäre ſie auch noch ſo gering ge⸗ weſen, mußte aufs genaueſte erfüllt werden; denn Winkel, der Alles wußte und Alles beobachtete, ſtand, als Cherub, mit dem Schwerte des Geſetzes da und kannte weder Schonung noch Nachſicht.
Ein ſo trefflicher Huͤter nd Bewahrer ſeines Gu⸗ tes mußte dem Grafen werth und theuer ſein, und wirklich war er ihm aufrichtig zugethan, ſo weit dies überhaupt möglich war. Herr Heinrich Winkel wurde von ſeinem Gebieter mit zahlloſen Zeichen der Zunei⸗ gung beehrt, wie denn der Geheimerath uͤberhaupt ein ungewöhnlich ſpaßhaft und wohlgelaunter Herr war, der mit einer gewiſſen offenen Herzlichkeit ſich herab⸗ ließ, ſelbſt mit den Ärmſten und Letzten zu ſcherzen; allein wenn Graf Bodo ſeinem Vertrauten auch Alles im reichſten Maße bewilligte, ſo empfing dieſer doch Eines eben ſo knapp, wie jeder Andere, nämlich Geld,
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