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niemals verändert und ſah genau noch eben ſo aus, wie damals, als er Schreiber, Kammerdiener, Com⸗ miſſionär und geheimer Rath des jungen Grafen wurde.— In dieſer Stellung hatte er viel erfahren, was die Welt nicht wiſſen durfte; alle Aventuren ſeines Herrn waren durch ſeine Hände gegangen, und deſſen Leben lag vor ihm wie ein Buch, an welchem er ſchreiben geholfen und allerlei Ohren und Kniffe in die Blätter gemacht hatte.— Der Diener war der innigſte Vertraute ſeines Herrn und verdiente, es zu ſein; denn ſelten waren zwei Charaktere in allen ihren Neigungen, Fehlern und Leidenſchaften ähnlicher und ſtimmten, in allen Richtungen ſich ausgleichend, ſo gut überein.
Graf Bodo's vorherrſchender Zug war Liebe zum Beſitz und zum Gelde. Er war, trootz ſeines Reich⸗
thums und des äußeren Prunkes, welchen Stand und Name ihm auflegten, ein Mann, der keinen Groſchen zu viel ausgab und aufs genaueſte handelte, wo er bezahlen ſollte. Mit derſelben Gewiſſenhaftigkeit, wie er in ſeinem Haushalte verfuhr, um Alles aufs bhil⸗ ligſte einzurichten und dennoch ein glänzendes Außeres der Welt zu zeigen, verfuhr er auch gegen ſeine Päch⸗ ter, Schuldner, Diener, und wer irgend mit ihm in


