Jahrgang 
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geizes! rief er mit leidenſchaftlicher Gewalt. Fort mit dem Blend⸗ werk! Bei dir, meine Ebba! Mit dir, o, du Geliebte! Frieden ſoll

mit uns ſein! Frieden und Liebe, daß ich nie mich von dir trenne,

nie dir bange Stunden mache.

Sie ſah ihn verwundert an, aber alles Glück, das ihre Seele füllte, ſtrömte über ihn aus. Eben ſchmetterten draußen die Trompeten. Der Reichsherold ritt in ſeinem bunten Wappenrocke durch die Stadt und verkündete mit lauter Stimme die Proclamation des Reichsver⸗ weſers, daß wegen eingetretener Umſtände König Guſtav Adolf der Vierte aufgehört habe in Schweden zu regieren.

Zweiundzwanzigſtes Kapitel.

Und wieder war der Frühling gekommen, wieder hatte der Mai das Eis geſchmolzen, wieder kleidete er mit wunderbarer Schnelle dieſen Noeden in ſeine grünen lieblichen Gewänder, ſchmückte ſeine Felſenſtirnen mit jungen Reiſern, ſeinen düſteren Leib mit friſchen Blüthen. Und nicht mehr rollte der Donner der Kanonen über die Meereswellen, nur im hohen Norden kamen noch einzelne Kriegsſcenen vor, doch wurde nicht mehr um Finnland geſtritten, ſondern was die Ruſſen weiter dieſſeits des bottniſchen Meerbuſens vom altſchwediſchen Lande Weſterbotten behalten ſollten. In Stockholm hörte man wenig mehr davon. Der Reichstag hatte begonnen und aller Streit drängte ſich darin zuſammen, ob der Sohn des abgeſetzten Königs Erbe des Reichs ſein ſollte oder die ganze Königsfamilie in Verbannung wandern müſſe. Für den Kronprinzen regte ſich eine ſtarke Partei und eines ihrer Häupter war Adlercreutz, der Held der Verſchwörung vom 13. März; ihm entgegen aber ſtand ein noch mächtigerer Bund von Offizieren und Reichstagsherren von Adel, deren Haupt, Jöran Adler⸗ ſparre, Stockholm an der Spitze ſeiner Soldaten bewachte.