Jahrgang 
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Otho Waiman gehörte nicht zu den Verfolgern des unglücklichen Fürſten. Er, der ſchnellſte und kräftigſte von Allen dieſen jun⸗ gen Offiziere, würde den König zuerſt eingeholt haben, allein dieſe kläglichen Scenen machten einen widerwärtigen Eindruck auf ihn. Sein ſtolzes Herz empörte ſich gegen dieſe ſchreckliche Jagd. Er liebte den König nicht und konnte ihn nicht achten. Guſtav Adolf zeigte auch bei ſeiner Gefangennehmung, wie beſchränkt ſein Verſtand und wie verknöchert alle ſeine Begriffe waren, dennoch drängte ſich dem ritter⸗ lichen Charakter des jungen Finnen ein Mitleid für den verlornen König auf, der in ſeinem eigenen Hauſe von einer raſenden Meute gehetzt, von allen Seiten umgarnt, von denen zumeiſt verrathen war, die ihm zunächſt ſtanden. Dieſe düſteren und peinlichen Gefühle ſollten aber bald noch vermehrt werden, denn indem Otho in dem Gang ſtehen blieb, in deſſen Tiefe der König verſchwand, hörte er von dem Hofe herauf ein wildes verworrenes Geſchrei und als er eines der Fenſter erreichte, ſah er den verfolgten Fürſten ergriffen von einem breitſchulterigen Mann, den er mit ſeinem Degen verwundet hatte.

Auch der König blutete. Er war mit der Stirn gegen einen Pfeiler gerannt und hatte ſich überdies die Schulter verletzt. Sein Geſchrei nach Hülfe war weniger männlich als kläglich. Laßt mich los! ſchrie er unaufhörlich. Rettet mich! Helft mir! Verſteckt mich!

Der Mann, welcher den König umfaßte, war der Hofjägermeiſter Greiff, der ſeinem Namen Ehre machte, denn er hielt den ſchreienden und bittenden Fürſten trotz deſſen heftigſter Anſtrengung ſo lange feſt, bis die Verſchworenen ihm zu Hilfe kamen.

Aber auch ein ganzer Haufe Holzträger, Bediente, Soldaten und Schloßwächter war abermals zuſammen gelaufen und ihnen ſtreckte der⸗ unglückliche Monarch ſeine Arme entgegen und rief ihnen ſein kläg⸗ liches: Helft mir! rettet mich! zu.

Seht ihr nicht, daß der König krank iſt! antwortete Greiff dage⸗ gen. Seht ihr nicht, daß Seine Majeſtät im Fieber liegt und rast? Wir ſind nur zu ſeiner Hilfe hier, um ihm Beiſtand zu leiſten.