Jahrgang 
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ſuchten, trat der Marſchall hervor, und näherte ſich ſeinem gefangenen Herrn.

Majeſtät, ſagte er leiſe und haſtig, ein alter treuer Diener naht ſich Ihnen noch einmal. Noch iſt Rettung möglich, doch es gibt nur ein Mittel.

Iſt mein Leben in Gefahr? fragte der König ängſtlich.

Nicht Ihr Leben, Majeſtät, aber Ihre Krone, die für Ihren ganzen Stamm verloren gehen kann, wenn Sie ſich nicht entſchließen, augen⸗ blicklich die Stände zu berufen. Schreiben Sie ſogleich, ich verſchaffe Ihnen die Mittel dazu. Entſagen Sie der Regierung zu Gunſten Ihres Sohnes.

Guſtav Adolf ſchüttelte heftig den Kopf. Er blickte voller Haß den Marſchall an, noch immer erkannte er nicht die ganze Wahrheit ſeiner Lage. Sie haben mich verrathen helfen! ſagte er mit dem rauhen, polternden Ton wie vormals. Geben Sie mir meinen Degen wieder.

Gott ſteh' Ihnen bei! antwortete Klingſpor. Nichts hilft gegen dieſe verblendete Halsſtarrigkeit! und ſich entfernend eilte er fort in ein anderes Zimmer, und endlich durch die Gänge des Schloſſes zu dem Herzog von Südermannland.

In dem Augenblick aber, wo Klingſpor ihn verließ, hatte der Kö⸗ nig den Degen des Generals Strömfeld aus der Scheide gezogen.

Mein Degen, Majeſtät, mein Degen! ſchrie der alte Mann.

Nichts da! antwortete der König, den Degen ſchwingend und ihn hoch in der Hand haltend, ſtürzte er ſich auf eine Tapetenthür und verſchwand, eben als Adlerereutz wieder hereintrat.

Haltet ihn feſt! halt! ſchrie der General ihm nacheilend, indem er mit ſeinem Fuß die Thür einſtieß, welche Guſtav hinter ſich verriegelt hatte. Zwanzig Offiziere ſprangen ihrem Anführer nach und da ſie meiſt junge Leute waren, überholten ſie den kurzen dicken, Adler⸗ creutz, der außer Athem kam, als er dem Könige einige Zeit lang Trepp auf, Trepp ab verfolgt hatte. Guſtav Adolf kannte die Gänge uud Verbiegungswege dieſes weitläufigen Schloſſes beſſer als ſeine Verfolger und als auf einer Treppe einer derſelben fiel, gewann er einen ſolchen Vorſprung, daß er durch einen langen Gang in den