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und wie die kleine Flamme der Lampe unruhig hin und her geworfen wurde von dem Zugwinde, der durch die Ritzen der Fenſter drang, ſchien es zuweilen, als wankten die Balken ihr nach und der ganze Bau geriethe in eine wellenförmige Bewegung. Axel Jönsſon achtete nicht darauf, daß die Sturmſtöße mit donnerartigem Gepolter den Schlott herunter fuhren, er ſchien es auch nicht zu hören wie die Teller und Taſſen auf den Brettern über dem Herde klangen, wie die große Zinnſchüſſel in der Mitte die Theekanne anſtieß, als wollte ſie dieſe ermahnen, vorſichtig zu ſein und nicht noch weiter ſeitwärts zu rutſchen, und wie die Bündel trockener Kräuter und Wurzeln auf dem Schranke und an den Wandleiſten mit einander raſſelnd flüſterten, daß ſolch grau⸗ ſiger Winter den Menſchen mancherlei Wunden und Schmerzen bringen müſſe und ſie dann helfen und heilen würden.
Der alte Mann blieb lange bewegungslos in ſeinen Betrachtungen, bis ſein Geſicht immer heller und freundlicher wurde, und dann ſtand er auf, ging an den Schrank, öffnete die Kaſten und nahm allerlei heraus. Ein großes weißes Linnentuch breitete er über den Tiſch, ſetzte den dürren Chriſtbaum in die Mitte, holte kleine bunte Lichter aus einem Schubfach und beſteckte damit die Leuchter. Hierauf immer lebendiger und heiterer lächelnd, trug er mancherlei Gaben herbei, die er an verſchiedenen Seiten des Tiſches aufſtellte, Da waren Aepfel und Watzenkuchen, da gab es Strümpfe und Schuhe, Handſchuhe und Wolltücher. Ein dickes warmes Kleid und eine mit Pelz beſetzte ſchöne Kappe wurden beſonders über einen Stuhl gebreitet und allerlei Schürzen und Jacken nebſt Anderem, was zur Weihnachtsbeſcheerung gehört, folgte nach. Vieles befand ſich darunter was Kindern Freude macht und Alles ordnete der Greis, theilte es ein und blickte dann
und wann nach der Nebenthür, als warte dort ein froher Schwarm,
der auf ſein Zeichen freudig ſchreiend hereinſtürzen werde.
Und als er hin und her eilend endlich mit ſeinem Werke fertig war und mit innigem Lächeln es überblickte, zündete er die Lichter an, daß der helle Weihnachtsglanz die düſtere, ſtille Stube überſtrahlte. Die Fenſter funkelten davon, die düſteren Ecken ſchimmerten wie voll Sonnenſchein und dieſer lag auf dem Haupte des Greiſes, der lächelnd um ſich ſchaute und ſeine Arme ausgebreitet hatte, als wolle er die


