Erſtes Kapitel.
Arel Jönsſon, der greiſe Pfarrer, ſaß an ſeinem Tiſche auf der Ofenbank mit dem Rücken an den wärmenden Freund ſeines Alters gelehnt. Es war einſam in der großen niedrigen Stube und der alte Pfarrer ſchien in ſeinen Gedanken verſunken. Trübe flackerte ſeine kleine Lampe, die mit Fiſchfett getränkt war, über das ſanfte ſtille Geſicht, in welchem ein Lächeln ſchwebte, mit dem er auf einen ſelt⸗ ſamen Gegenſtand blickte, der vor ihm ſtand. Ehmals war dies ſicher⸗ lich ein großer Tannenzweig geweſen, doch ſeit der Zeit, wo er grün und friſch im Walde ſtand, mußte mancher Tag vergangen ſein. Morſch und verdorrt ſtreckte er jetzt das dürre Geäſt aus, an dem kaum noch eine der vergilbten in Staub zerfallenen Nadeln haftete. Ein Chriſt⸗ baum war es geweſen und zu des Hauſes Freude hatte er einſt am Weihnachtsabend herrlich geglänzt, denn noch waren um den Stamm, welcher aufrecht auf einem Brette ſtand, von Holz und Draht viele lange Arme befeſtigt, die als Leuchter gedient hatten, und noch hingen auf den dürren Reiſern verblaßte zermürbte Seidenbänder, Streifen von Goldpapier und an einigen Fäden die Reſte kleiner Bilder, bunte Steine, Glasperlen und Muſcheln.
Der greiſe Prieſter blickte den armſeligen, verwitterten Chriſtbaum zärtlich an und indem er ſeine Hände zuſammenfaltete, füllten ſich ſeine Augen mit unbeſchreiblicher liebevoller Wehmuth und Rührung. Draußen tobte das püde Wetter; das hölzerne Haus knarrte und ächzte


