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Im Eise : eine grönländische Geschichte : der Jugend und dem Volke erzählt / von Ottokar Schupp
Entstehung
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Abend getrunken werden ſollte, und die Feier konnte be⸗ ginnen.

Plötzlich erleuchtete zum größten Erſtaunen der beiden Knaben heller Kerzenglanz ihr Zimmer. Erſchrocken fuhren ſie auf. Aber bald folgte die Aufklärung, das Erſtaunen wich fröhlicher Rührung.

Harald ſchritt zum erſten Mal ohne fremde Unterſtützung nach dem Beſcheerungsorte und drückte ſeinem zart fühlenden Freunde tief bewegt die Hand.

Eine wirklich fröhliche Stimmung wollte aber nicht ein⸗ kehren. Selbſt der feurige Wein brachte ſie nicht fertig. Auch das Spiel des kleinen Grönländers verſtummte. Jeder hing bald wieder ſeinen eigenen wehmüthigen Ge⸗ danken nach.

Es war kein Vergeſſen der verzweifelten Lage möglich, in der ſie ſich befanden. Und draußen wüthete zur ſchreck⸗ lichen Mahnung ein ſo furchtbarer Sturm, wie man noch keinen erlebt hatte. Schneeſtaub drang durch alle Fugen und überzog alles mit einer Eiskruſte.

Alle ſaßen ſchweigend um die brennenden Lichter. Plötz⸗ lich fing Harald laut an zu ſchluchzen, während heiße Thränen ſeine Wangen herunterliefen.

„Was iſt Ihnen?“ fragte erſchrocken Hans Egede.

„Ach!“ erwiederte Harald,„ich kann mich nicht be⸗ wältigen. Es ſind ſchmerzliche Gedanken, die auf mich einſtürmen. Ich muß unwillkürlich einen Vergleich an⸗