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Im Eise : eine grönländische Geschichte : der Jugend und dem Volke erzählt / von Ottokar Schupp
Entstehung
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ihn von der eisſtarrenden Küſte her die vom bleichen Glanze des Mondes geiſterhaft beſchienenen Felſenrieſen an. Nichts wie Tod und Leichen rings umher— ſelbſt die abenteuerlich geſtalteten Eisblöcke, die ihn in nächſter Nähe umgaben. Und droben flimmerten ſo kalt, ſo unnahbar die ewigen Sterne.

Schauernd ging er wieder unter Deck, aber von ſeiner Stimmung ließ er keinen ſeiner jungen Gefährten etwas merken, ſondern gab ſich luſtiger als ſonſt.

Weihnachten war gekommen, jenes unvergeßlich ſchöne Feſt, das ſelbſt in Solchen, die dem Chriſtenthum fremder gegenüberſtehen, warme Erinnerungen an ver⸗ gangene fröhliche Stunden weckt, Erinnerungen, die die Bruſt ſchwellen und das Auge feucht machen.

Hans Egede wußte allein die Zeit, indem er im Gegen⸗ ſatz zu den andern, die ruhig in den Tag hineinlebten, genau den Kalender regulirte. Er bewahrte aber ſein Ge⸗ heimniß, indem er ſich für ſeine Genoſſen eine kleine Ueber⸗ raſchung ausgedacht hatte.

In einer entfernteren Ecke ihres Wohnraums hatte er unbeobachtet als Erſatz des Chriſtbaumes einige Rennthier⸗ geweihe ſchön gruppirt und dieſelben mit Kerzen, die noch ziemlich reichlich vorhanden waren, verſehen und einige Geſchenke dabei gelegt, darunter für Harald ein koſtbares Jagdgewehr und für den Muſikknaben ein funkelndes Gold⸗ ſtück. Dann holte er eine Flaſche Weines, die von dem früheren Vorrath allein noch übrig war, und die den