Druckschrift 
Im Eise : eine grönländische Geschichte : der Jugend und dem Volke erzählt / von Ottokar Schupp
Entstehung
Einzelbild herunterladen

— 79—

eben gerade ſtarken Nordweſt, der das Eis etwas mehr wider das Ufer treibt, aber das hört bald wieder auf. Gehet nur wieder hinauf, ich werde gleich kommen und nachſehen, ob die Sache von Bedeutung iſt“.

Hans Egede mußte alles daran liegen, ſeine Grönländer zu behalten, ſo lange er noch auf Rettung hoffte. Deß⸗ wegen ſuchte er möglichſt die Angſt derſelben niederzuhalten, die ſchon groß genug war. Seine Abſicht gelang ihm auch

ziemlich durch das unbeſorgte Weſen, das er annahm. Nur

der alte Utokak, der auch mitgekommen war, ließ ſich nicht täuſchen..

Er nahm, als die anderen gegangen waren, Hans Egede bei Seite und fragte:„Herr, wäre es nicht beſſer, wir ſuchten das Ufer zu gewinnen und gingen der Küſte ent⸗ lang, bis wir auf eine Niederlaſſung ſtießen? Vorige Nacht, als Alle ſchliefen, habe ich unter uns im Eiſe Stimmen und Laute gehört, als hätten die Geiſter der Tiefe ſich etwas zu erzählen. Unſere Scholle geht zu Grunde, ehe wir uns wieder ſchlafen legen.“

„Schämt Euch mit Eurem heidniſchen Aberglauben, Utakak, durch den Ihr die anderen auch anſtecket!“ ſagte Hans Egede voll Entrüſtung.

„Utokak lügt nicht“, ſagte der Alte.„Er hat den Warnungsruf der Geiſter der Tiefe gehört und ver⸗ ſtanden.“

Hans Egedes Geſicht nahm den Ausdruck eines großen Ernſtes und eines beſtimmten Entſchluſſes an.„Glaubet