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Im Eise : eine grönländische Geschichte : der Jugend und dem Volke erzählt / von Ottokar Schupp
Entstehung
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Krankheit hatte ihn ſchwach wie ein kleines Kind gemacht, aber auch Reuegefühlen zugänglicher.

Hans Egede war bei dem Vorſchlag Haralds hoch roth im Geſichte geworden, theils aus Unmuth, theils aus Schaam, da er an Vergangenes dachte.

„Halten Sie mich für einen Schurken, Harald“, rief er,„daß Sie mir ſolchen Vorſchlag machen? Iſt das der Eindruck, den ich auf Sie gemacht habe, daß Sie meinen, ich könnte einen Genoſſen und Freund in der Noth ver⸗ laſſen? Wenn ich zehn Leben zu verlieren hätte, ſtatt meines elenden Daſeins, das ich ſchon oft genug im Be⸗ griffe war abzuſchütteln, würde ich doch keinen Augenblick ſchwanken, ſie in dieſem Falle hinzugeben. Nein Harald, das war ein kindiſcher Gedanke, den Sie hatten. Wir retten uns entweder zuſammen, oder ſterben zuſammen. Und wenn ein Opfer gebracht werden ſoll, dann ſterbe ich. Das hat doch wenigſtens noch einen Sinn— oder viel⸗ leicht eine Sühne“— fügte er leiſer hinzu, daß ihn Harald nicht verſtehen konnte.

In dieſem Augenblicke ſtürmten einige Grönländer herein und verkündeten, daß klaffende Riſſe und Spalten auf der Scholle ſichtbar würden.

Dieſe Nachricht beunruhigte Hans Egede ſehr, aber man ſah es weder ſeinem Geſichte an, noch hörte man es an ſeinen Worten. Er lächelte vielmehr, indem er ſagte: „Laſſet doch die Eisſchollen ſich ein wenig untereinander reiben und ſtoßen, das hat nichts zu ſagen. Wir haben