„Ich möchte nur einmal wiſſen, was mir all' der gelehrte Krimskram nützen ſoll. Mit ſämmtlichen lateiniſchen Brocken lenkt man noch keinen Cajak oder Hundeſchlitten und mit aller Mathematik fängt man keinen Seehund.“ Doch nach dieſem Wuthausbruch wieder beilenkend fügte er hinzu: „Ich werde das Heft wieder holen müſſen, um meinem braven Vater nicht wehe zu thun.“
Langſam ſtand er auf, noch langſamer bückte er ſich nach dem Heft und langſam ſtrich er das zerknitterte Papier wieder glatt. Aber, als er einmal in der Arbeit war, flog ſeine Feder nur ſo über das Papier dahin, und im Nu war er fertig. Er hatte einen trefflichen Kopf zum Lernen. Wenn nur Neigung und Talent bei ihm zuſam⸗ mengetroffen wären.
Haſtig arbeitete er auch jetzt einmal im Gang noch weiter. Ein lateiniſcher Schriftſteller lag vor ihm, aus dem er mit Hülfe eines dicken in Schweinsleder gebundenen Wörterbuchs in's Deutſche zu überſetzen ſuchte. Aber bald ergriff ihn bei dieſer Arbeit, als ihm eine ſchwierige Stelle zu ſchaffen machte, wieder die alte Ungeduld.
„O hätte doch den alten Schwätzer Cicero ein Eisbär aufgezehrt, ehe er die erſte Rede gehalten hätte“ rief er. „Dann könnte man jetzt ſeine Zeit beſſer verwenden, als an ſeinen verſchimmelten Sätzen ſich die Zähne ausbeißen.“
Trotz dieſes Schmerzensſchreies machte er ſich doch wieder an die Arbeit, aber es mußte eine fatale Stelle ſein. Denn er kam nicht darüber weg. Zuletzt riß denn


