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Es iſt kaum glaublich, daß die Grönländer, die auf ihren Fallbooten ſo gefährliche Meerfahrten unternehmen, nicht ſchwimmen können. Aber es iſt ſo. Der Grön⸗ länder hat eine wahre Waſſerſcheu, obwohl ihm bei ſeinem Schmutz hin und wieder ein Bad recht gut thäte.
Als man die Beiden wieder emportauchen ſah, waren genug Cajaks zur Hand, um den Schiffbrüchigen zu helfen. Aber Harald gab nur den geretteten Grönländer ab; er ſelbſt verſchmähete übermüthig jede Hilfe und ſchwamm allein zum Ufer hin, das er bald waſſertriefend betrat. Freudig und ſtolz ging er auf ſeinen Vater zu, den er ſchon von der See aus erblickt hatte, ſich im Bewußtſein ſeiner Thaten eines zärtlichen Empfanges gewärtigend. Aber Herr Lymann empfing den Knaben, der, obwohl er erſt ſechzehn Jahre zählte, ihm ſchon bis an die Stirne reichte, ernſt und gemeſſen.
„Die Stunde“ ſagte er„in der du ſchwerer Todes⸗ gefahr nur wie durch ein Wunder entronnen biſt und in der du ein Menſchenleben gerettet haſt, iſt nicht geeignet zum Schelten. Wir wollen vielmehr mit deiner Mutter, die dich ängſtlich erwartet, für deine Rettung Gott Dank ſagen. Doch du biſt wieder mit Hans Egede zuſammen geweſen, wiewohl ich es dir verboten hatte.“
Haralds Wangen bedeckte hohe Schamröthe, und obgleich jetzt die aufgeregte, dankbare Menge ihn bewundernd von allen Seiten umdrängte und ihm zujauchzte, ging er ge⸗ beugten Hauptes dem Miſſionshauſe zu.


