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Im Eise : eine grönländische Geschichte : der Jugend und dem Volke erzählt / von Ottokar Schupp
Entstehung
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Wachtpoſtens, der dort verſteckt gelegen hatte. Durch den Ruf allarmirt begann das helle Glöckchen in dem hölzernen Thurme des Miſſionshauſes zu läuten, worauf aus den Erdhütten eine Menge von Eskimoweibern und Kindern, zum Theil nur halbbekleidet, hervorſtürzten und nach dem Ufer eilten. Auch aus dem Miſſionshaus traten verſchiedene europäiſch gekleidete Männer und Frauen heraus, unter denen beſonders ein hochgewachſener Mann mit einem feinen, edlen, aber bleichen Geſichte, hervorragte.

Auf einmal ſtieß die ganze am Ufer verſammelte Menge ein ſich mehrmals wiederholendes weithin tönendes Freudengeſchrei aus.

Bald zeigte ſich die Urſache dieſes Schreies. Denn es erſchien an der Grenze der Bucht eine ganze Flotte von Kähnen. Es waren die Eskimo⸗Männer der Niederlaſſung, die von einer eine ganze Woche dauernden Seehundsjagd heimkehrten.

Jetzt eilten die jubelnden Weiber und Kinder im Laufe wieder nach den Hütten, um mit Stangen, Hacken und Riemen zurückzukehren. Sie hatten nach grönländiſcher Sitte bei der Landung die Jagdbeute in Empfang zu nehmen. Hier hörte nämlich die Männerarbeit auf. Hier fing nach ihren Begriffen die Weiberarbeit an.

Auch der Grönländer hat ſeinen Stolz. Unter tauſen⸗ derlei Gefahren und mit einer unglaublichen Ausdauer und Anſtrengung erlegt er kühn und liſtig die Thiere, die ihm Nahrung und Kleidung geben. Dann bringt er