Teil eines Werkes 
3. Theil (1828)
Entstehung
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herzigkeit verdankte, war dem Kinde ſchon ſo ſchmerzlich eingepraͤgt worden, daß er dem Juͤnglinge auch in ungleich guͤnſtigern Verhaͤltniſſen, nicht aus der Seele wich, daß ich, der großmuͤthig Ge⸗ duldete, von ſelbſt nie gewagt haben wuͤrde, die Hand nach der mit der blindeſten Zaͤrtlichkeit gelieb⸗ ten Tochter des Hausherrn begehrend auszuſtrecken. Ohngeachtet des taͤglichen Umganges mit dem ſehr wohlgebildeten Maͤdchen, hatte dieſe Enthaltſamkeit mir nicht die mindeſte Muͤhe gekoſtet. Und dazu mochte ohnſtreitig eben die offenbare Blindheit der vaͤterlichen Liebe zu Corinnen beigetragen haben, un⸗ ter der ſie zu einer hoͤchſt eigenwilligen Perſon, von, zuweilen ganz unausſtehlichen, Launen geworden war.

Der nunmehr eingetretene Moment wandelte ploͤtlich auch dieſe Anſichten von ihr in mir um. Ganz unverſehens fuͤhlte ich mich in das Gebiet der Leidenſchaft hinuͤber gezogen. Die hierdurch in Co⸗ rinnen entſtehende ſelige Stille, verſah die reizende mit einem neuen, ihr zeither ganz fremd geweſenen Zauber.

Die Ausgeberin kam eben dazu, als dem erſten, gleichſam bewuſtloſen, Kuſſe ein zweiter folgte, der, ohnſtreitig mit beiderſeitigem Bewuſtſeyn, unſern