Teil eines Werkes 
3. Theil (1828)
Entstehung
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Was man gewoͤhnlich Liebe nennt, das erſtarrte kurz vor meinem Abgange nach der Akademie die Beſtrebungen nach dieſem Ziele in mir. Tiefgeruͤhrt von den Thraͤnen, in denen ich eines Abends die einzige Tochter des Hauſes antraf, drang mein inni⸗ ger Antheil an dem mir ganz unbekannten Leide eines, nach allgemeiner Meinung, mitten im Schooſe eines ſeltenen Gluͤckes aufbluͤhenden Kindes mit inſtaͤndigen Bitten mich zum Vertrauten ihres Kummers zu ma⸗ chen, in die reizende Corinna. Da ſchlug ſie ploͤtzlich mit Leidenſchaft den weißen Schwanenarm um mei⸗ nen Hals und zugleich brannte auf meinem Munde ein Kuß ihrer ſchoͤnen Lippen. Die Naͤhe meiner Abreiſe war ihr Schmerz, das geſtand ſie, und die dunkeln, liebetrunkenen Augen wurzelten dabei tief in meine Augen ein. Ich fuͤhlte, wie dieſer Moment mich ploͤtzlich zu einem andern Menſchen umſchuf. Dazu begriff ich mich ſelbſt nicht, daß ich zeither Co⸗ rinnen ſo gar wenig durchſchauet hatte. Die vielen Aufmerkſamkeiten, wodurch ſie mich auszeichnete, hatte ich demſelben Wohlwollen zugeſchrieben, welches ihr Vater mir ebenfalls bewies. Der Unterſchied zwi⸗ ſchen den eingeborenen Kindern eines Hauſes, und einem, das ſeine Aufnahme darin einzig der Barm⸗