— 38—
Hudſon duͤnkte ihr der Tod ſelbſt, in einem gewoͤhn⸗ lichen Mantel, eine bloſe Laͤcherlichkeit und gegen Welters Anweſenheit ſprach der mit dem Stempel von Rom bezeichnete Brief, deſſen Datum viel zu neu war, als daß er die Reiſe von dorther gemacht haben konnte. Ließ ſich doch in dem blaſſen Manne eben ſo gut ein Kranker denken, deſſen koͤrperlicher Zuſtand, auch im Sommer, ſolch eine Bekleidung erheiſchte. Nur uͤber das Helene, Helene! und die Moͤglichkeit ſeines ſo deutlichen Klanges, blieb ſie in Ungewisheit mit ſich ſelbſt. Sollte das Wunderbare der Einbildungskraft ſo weit gehen koͤnnen, um ih⸗ rem Ohre ſeinen Ton mit ſolch einer Wahrheit nach⸗ zubilden?
Die Ankunft der ſie beſuchenden Graͤfin brachte ſie jetzt ploͤtzlich von allem weitern Nachdenken hier⸗ uͤber ab, doch wahrlich nur um ſie von anderer Seite deſto tiefer niederzuſchmettern. Bei den Erkundigun⸗ gen nach dem Geſundheitszuſtande der Baroneſſe hatte die Graͤfin, aus Beſorgnis ihn zu verſchlimmern, ihr keine Nachricht von der ſchon am Morgen nach je⸗ nem beſchwerlichen Abende erfolgten Abreiſe ihres Ge⸗ mahls geben laſſen. Als ſie aber jetzt derſelben, wie einer ihr inzwiſchen unfehlbar bekannt gewordenen


