Teil eines Werkes 
3. Theil (1828)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

— 22—

die ſich mit Fagon in ihre Arme zu werfen weiß, ohngefaͤhr ſo ſprechen, wie Madam Marbach von euerm Herzblaͤttchen, waͤhrend ſie im Allgemeinen den Ehebruch als das Heilloſeſte ausſchreien, und wenn die troſtloſe Frau ihr Vertrauen einer Andern zugewendet, dieſe wie eine Ausſaͤtzige behandelt haͤt⸗ ten. Rechnet das zu den interreſſanten Widerſpruͤ⸗ chen in der weiblichen Natur uͤber die man aber auch nicht zu hart abſprechen muß, weil ſie großen Theils in dem Gefuͤhlsuͤberſchwange ihren Grund ha⸗ ben. Ihn gehoͤrig zu leiten, dazu gehoͤrt freilich in der Regel, ein Mann, was allerdings aber diejenigen Frauen nicht zugeben werden, welche durch derglei⸗ chen ihre Selbſtſtaͤndigkeit gefaͤhrdet glauben. Tipaldo ging mit ſeinem jungen Freunde zu der Staatsraͤthin Himm. Kaum vermochte er ſein Er⸗ ſtaunen daruͤber zu maͤßigen, daß Aldenheim, ein Mahler, beſondere Reize in einem Geſichte hatte fin⸗ den koͤnnen, deſſen Unregelmaͤſiges faſt in die eigent⸗ liche Haͤßlichkeit ſich verlor. Nichts, als das Auge, das allerdings eine ſehr heftige Sprache fuͤhrte, ſchien den Zauber hervorgebracht zu haben.

Die Frau gefiel ihm nicht und das war eine Art von Troſt fuͤr den wohlgeſinnten Mann. Er