Teil eines Werkes 
2. Bändchen (1807) Der Grundsatz
Entstehung
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139.

milie! rief Ihre Tante, als ich ihr den Mann nannte. Ja, der Wurm nagt gemeiniglich an den beſten Fruͤchten! erwiederte ich. Bei dem jungen Menſchen liegt der Fehler darin, daß er ganz toll auf die Weiber iſt. Faſt alle Morgen, ſagt mir ſein Vater, ſieht er eine andere aus dem Hauſe gehn. Er hat ſchon Zeuge ſein muͤſſen von ſkandaloͤſen Kaͤmpfen, die zwiſchen ſolchen liederlichen Perſonen vorgefallen ſind. Der arme Mann ſieht auch noch den traurigſten Auftritten entgegen, wenn er nicht ernſtliche Vorkehrungen trifft. Leider aber iſt er gerade ſo weichherzig, wie Sie ſind. Er will den Sohn nicht von ſich ſtoßen, ſondern hat ſich die Grille in den Kopf geſetzt, ihn durch eine Heirath zur Ordnung zu bringen. Vergebliche Muͤhe! ſagte ich ihm. Die Sache iſt zu weit hinein boͤſe, aber, wie geſagt, er hat ſich's in den Kopf geſetzt, und laͤßt keine Ein⸗ wendung gelten. Ich ſtellte ihm auch noch vor, daß ſich nicht leicht ein Maͤdchen finden wuͤrde; denn erkundigen wuͤrde ſich doch eine jede, zumal eine von gutem Hauſe. Da ſeufzte er freilich. Und, ſagte ich, am Ende ſteht deinem Sohn wohl das beſte Maͤdchen von der Welt nicht einmal an. Nein, da hat's keine Noth, antwortete der Va⸗ ter; wenn ſie nur paſſabel ausſieht, ſo bin ich da⸗ fuͤr gut. Wie lange aber, ſo iſt er ihrer uͤber⸗ druͤſſig? fragte ich weiter. Ja, ſagte er mit Achſelzucken, es waͤre ein bloßer Verſuch.