— 153—
So ſehr der Gefangene erſt ſich gefreut hatte, wenigſtens einen Menſchen zu finden, mit dem er ſprechen koͤnne, eben ſo ſehr fing er bald an, die⸗ ſen Geſellſchafter zu verwunſchen, der alle Ge⸗
ſpraͤche immer auf ſeinen nahen Tod hinzuführen trachtete.
Eines Abends ward ihm das endlich einge⸗ langte Urtheil bekannt gemacht. Das Leben war ihm aus allerhoͤchſter Gnade geſchenkt, und die Strafe in zwanzigjaͤhrige Galeerenarbeit verwan⸗ delt worden. Am folgenden Morgen mit dem Fruheſten ſollte es ſchon nach Breſt abgehen.
23. Verzichtleiſtung.
Die Nacht uͤber hatte er Zeit genng, zu uͤber⸗ legen, wie weit beſſer er doch die naͤchſten zwanzig Jahre haͤtte anwenden koͤnnen, als auf den Galee⸗ ren. Da haͤtte er aber freilich ſeinem graͤnzenloſen Leichtſinne nicht folgen duͤrfen, wie es geſchehen
war. Voll Reue und Zerknirſchung ſchrieb er jetzt


