Teil eines Werkes 
1. Bändchen (1822) Der Thronfolger / von Friedrich Laun
Entstehung
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Daß des Prinzen Florian Misvergnuͤgen durch den allenthalben laut werdenden Volksjubel uͤber die bevorſtehende Vermaͤhlung geſtaͤrkt werden mußte, und daß er den Einzug Paulinens als den hochſten Punkt dieſes Jubels, nicht mit abwarten wollte, wuͤrde ihm Niemand verdacht haben, doch, daß er erſt in der Nacht vor der Feierlichkeit, mit ſolchem Geraͤuſch und ohne Abſchied, die Stadt verlies, war ein Verſtoß gegen allen Anſtand, der die Einwohner nur noch mehr gegen ihn empoͤrte.

Aber über den Blick, mit welchem am fol⸗ genden Morgen das milde, von goldenem Haar umfloſſene Geſicht der erhabenen Braut an die Fenſter der mit Teppichen und Blumen behangenen Haͤuſer, zu beiden Seiten aus dem offenen Wagen hinaufgruͤßte, vergaß man allen Unwillen. Der Blick war ein Himmel, vor dem kein Haß be⸗ ſtehen konnte. Nur Liebe und Hoffnung leuch⸗ tete aus den naſſen Augen derer, die ſich nunmehr vor einer drohenden Zukunft ſchon halb geborgen glaubten.