Teil eines Werkes 
1. Bändchen (1822) Der Thronfolger / von Friedrich Laun
Entstehung
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Doch ſe beſeligender dieſer Glaube ihnen ſeyn mußte, je naͤher ſie die wahrhaft fuͤrſtlichen Eigen⸗ ſchaften der neuen Throngenoſſin kennen lernten, um ſo furchtbarer ward ihnen ein Ruͤckſall des Fürſten in ſeine vorige Krankheit. Eine fruͤhere, mit den Verhaͤltniſſen unvertraͤgliche Liebe, deren Gegenſtand eine Beute des Grabes werden mußte, hatte ſeinen Korper von der Seele aus, allzuheftig erſchuͤttert. Einige Zeit ſuchte man jenen Ruͤckfall verborgen zu halten. Allein bei der taͤglich zu⸗ nehmenden Schwaͤche des Kranken wurde dies bald unmöoͤglich und es war ein uͤberaus duͤſtrer

Morgen fur die ganze Stadt, als er, einzig von ſeinem Leibarzte begleitet, gerade dieſelben Straſ⸗ ſen, durch welche der prachtvolle Einzug ſeiner Gemahlin gegangen, langſam nach dem Thore fuhr, um im ſtrengſten Inkognito ein entferntes Bad zu beſuchen.

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Ach, warum mußte unſre neue Hoffnung ſo bald wieder erlöſchen? Warum ſoll dieſes Auge voll himmliſcher Gute ſo frühe ſchon untergehn?