Zwanzigſter Geſang.
28.
Schon trennt Cäcilie ſich von des Volkes Schwarm; Man ſieht ſie ſuͤßverſchaͤmt den heilgen Heerd erſteigen. Jetzt darf ſie friedlich ruhn in ihres Liebſten Arm, Darf treu ihr holdes Haupt an ſeinen Buſen neigen. Erfuͤllt iſt jeder Wunſch, vergeſſen jeder Harm,- Suͤßweinend ſtehn ſie jetzt und ſchaun ſich an und ſchweigen: Der erſte ſel'ge Kuß, den ihre Lipp' ihm giebt, Enthuͤllt ihm zagend jetzt, wie heiß ſie ihn geliebt.
29.
So ruhn ſie lang; dann windet ſie ſich leiſe Aus ſeinem Arm und hebt ſich ernſt und frei. Sie blickt umher, und aus dem Ritterkreiſe, Der ſchweigend harrt in ehrfurchtsvoller Scheu,
Tritt jetzt mit ſeiner Braut und mit dem heil'gen Greiſe Auf ihren leiſen Ruf der Daͤnenfürſt berbei.
Sie kniet vor Chriſti Bild und hebt die Purpurbluͤthe Zum Kreuz empor und ſpricht mit glaͤubigem Gemuͤthe:
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