Zehnter Geſang. 23
3²2.
Er ſprach's und machte ſich zum naͤcht'gen Kampf bereit, Doch Sivald ſprang empor und rief mit gluͤhnden Wangen: Das ſage keiner je, daß ich die Bahn geſcheut,
Worauf mein Koͤnig mir, mein Freund, vorangegangen! War ich nicht ſtets der Naͤchſte dir im Streit?
Hab' ich in deinem Dienſt nicht manche Wund' empfangen? Vergaͤß' ich je aus ſchnoͤder Furcht die Pflicht,
Wohl haͤtt' ich deine Huld und dieſe Narben nicht!
33.
Waͤhnſt du, ich wolle jetzt noch einmal dich verlieren, Da du ſo wunderbar zu mir zuruͤck gekehrt? Noch kann mein Arm den Stahl, die ehrne Kolbe fuͤhren, Noch fuͤhlt vom Druck des Helms mein Haupt ſich nicht
beſchwert.
So lang das Leben weilt, will auch die Kraft ſich ruͤhren, Und freudig bluͤht der Muth, ſo lang ihn Hoffnung naͤhrt. Nur wenn des Baumes Keim der raſche Blitz zerſchlagen, Magſt du den Stamm zerhaun und ihn in's Feuer tragen.


