Teil eines Werkes 
2. Band, 10.-20. Gesang (1820)
Entstehung
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Zehnter Geſang.

16.

Und auch der Juͤngling beugt mit gluͤhendem Geſicht, Von bittrer Luſt, von ſuͤßem Schmerz durchdrungen, Zum Greiſe ſich hinab und haͤlt ihn feſt umſchlungen, Indeß ein Thraͤnenſtrom aus ſeinen Augen bricht. 4 Und ſchweigend ruhn ſie lang vom holden Schreck bezwungen, Und keiner hebt das Haupt, und keiner fragt und ſpricht. So ſieht man oft den Baum mit jugendlichen Zweigen Auf ein verfallnes Mahl ſich freundlich niederneigen.

117.

O theurer Herr, o koͤniglicher Freund! So ruft der Greis zuletzt: ſo hoͤrte Gott mein Flehen! Noch einmal ſoll ich dich mit dieſen Augen ſehen,

Die lange ſchon um deinen Tod geweint!

Dich, den ich fruͤh als Knaben ſchon geleitet,

Den ich auf jeder Fahrt, in jeden Kampf begleitet, Der Vater mich genannt, dich fuͤhrt das raſche Gluͤck Dem alterſchweren Greis in bluͤhnder Kraft zuruͤck!