Zehnter Geſang.
12.
Der Ritter naht erfreut und watet durch die Fluth, Und ungewiß, wer hier in dieſer Wildniß hauſe, Betritt er jetzt die enge Klauſe,
Die menſchenleer in dunkler Stille ruht.
Den Gott der Chriſten ſchien der Eigner zu verehren, Ein hoͤlzerner Altar war dort dem Herrn erhoͤht, Von deſſen Kreuz zum heiligen Gebet
Ein Kranz herniederhieng aus wilden Waldesbeeren,
13. Doch zeigt im Winkel ſich verroſtet und zerfetzt
Ein Panzerhemd, umſtrickt mit Spinngeweben, Und feiernd ſtand ein altes Schwert daneben,
Von manchem Hieb verſehrt, zu mancher Schlacht gewetzt. Die ſtumpfe Streitart lag, vergeſſen längſt, im Staube,
Im breiten Schilde glomm des Heerdes matte Gluth, Und friedlich ſaß die fromme Turteltaube Im kriegeriſchen Helm auf ihrer zarten Brut.


