Teil eines Werkes 
1. Band, 1.-9- Gesang (1820)
Entstehung
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Neunter Geſang. 545

112.

Wohl minder froͤhlich war im glaͤnzenden Geſtein, Doch ſanft und mild der Saͤnger anzuſchauen. Ein Kreis von Wolken ſchloß den Rand des Bildes ein, und ſelten nur durchbrach ein Stern das nächt'ge Grauen, Und in der Mitte ſchwamm ein abendlicher Schein, Wehmuthig ernſt, auf herbſtlich bunten Auen. Von falben Zweigen hieng manch welker Kranz herab: Doch gruͤn und duftend hob im Haine ſich ein Grab.

113.

Dort ſaß er ſtill und blickte durch die Weiten Und ſinnend dann auf's nahe Grab zuruͤck. Verſunken ſchien ſein Geiſt in laͤngſtverbluͤhte Zeiten, In ſuͤßgetraͤumte Luſt und nie errungnes Gluͤck. Bald ruͤhrt' er maͤchtiger und leiſer bald die Saiten, und freundlich laͤchelte durch Thraͤnen oft ſein Blick. Er ſchien ein tiefes Leid in ſeiner Bruſt zu hegen und wie ſein letztes Gut den ſtillen Schmerz zu pflegen.