Neunter Geſang. 543
108.
Doch herrlich angethan mit leuchtendem Gewand Erblickt ſich Adelheid auf reichgeſchmuͤcktem Throne. Anſtatt des Scepters haͤlt nur Myrten ihre Hand: Doch in den Locken blitzt die koͤnigliche Krone.
Ein holdes Feuer iſt in ihrem Aug' entbrannt,
Gleich zarter Luft und keuſchem Liebeslohne;
Doch wie im klaren Bach die Silberwoͤlkchen ziehn, So ſcheint im tiefſten Blick ein Thraͤnlein aufzubluͤhn.
109e
und was mit holdem Reiz und was mit ſtolzem
Scheine Die Augen lockt und unſer Herz erfreut, Das edle Gold, die koͤſtlichen Geſteine, Die Perle, die vom Thau den Silberſchimmer leiht, Das alles lag im lieblichen Vereine Und wechſelnder Geſtalt um ihren Thron verſtreut. Doch ſcheint ſie kaum die Pracht, die ſie umgiebt, zu fuͤhlen Und ſinnig hingelehnt mit Schoͤnerem zu ſpielen,
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