Teil eines Werkes 
1. Band, 1.-9- Gesang (1820)
Entstehung
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Neunter Geſang. 541

1⁰4.

Durchſichtig, klar, aus blauer Luft gewebt,

Iſt um die zarte Form ein leicht Gewand gegoſſen, Und aus dem Myrtenkranz, der in den Locken ſchwebt, Wo ſich die Stirne woͤlbt, ein Roſenkelch entſproſſen. Faſt ſcheints, als ob das Kleid, als ob die Locke bebt,

Als ob der Kranz ſich regt, vom linden Hauch umfloſſen, Und wie auf leiſer Fluth der Sonnenſchein ſich bricht, So ſchmuͤckt den letzten Saum des Haars ein goldnes Licht.

105.

Viel Engelbilder ruhn und ſpielen Um ihre Herrin her, zum holden Dienſt bereit. Der ſcheint mit ſanftem Wehn die Wangen ihr zu kuͤhlen, Indeß ein andrer ihr die goldne Harfe beut. Den fuͤllt Begeiſterung mit ſtuͤrmiſchen Gefuͤhlen, Der ſchlummert im Gewoͤlk in ſtiller Seligkeit, und jener hebt das Haupt und ſcheint entzuͤckt zu lauſchen, Als woll' ein ſuͤßer Ton den Saiten jetzt entrauſchen.