Teil eines Werkes 
1. Band, 1.-9- Gesang (1820)
Entstehung
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So daͤmmerte der ſpaͤten Tage Bild Vor ihrem Geiſt empor mit wandelbarem Walten; Doch ſchwinden nach und nach die luftigen Geſtalten, und nur mit reinem Licht iſt jetzt die Flaͤch' erfuͤllt. Da nah'n ſie ſich dem leuchtenden Geſteine,

Ob auch ihr eignes Bild in ſeinem Glanz erſcheine. und jeder bebt erſtaunt und waͤhnt im ſuͤßen Traum, Sich ſelbſt zu ſehn, und kennt die eignen Zuͤge kaum.

103.

Auf einem Wolkenthron, den farb'ge Strahlen ſchmuͤcken, Sieht dort Caͤcilie ihr holdes Bild erhoͤht; Es ſtrahlt ein heil ger Ernſt in ihren keuſchen Blicken, Sie ſchaut zum Himmel auf mit ſtiller Majeſtaͤt. In allen Zuͤgen weilt ein ſeliges Entzuͤcken, Aus Lieb' und Huld gemiſcht und Sehnſucht und Gebet. Der helle Morgen gluͤht auf ihrem Angeſichte Und ſchmuͤckt das ganze Bild mit roͤthlich goldnem Lichte.