Neunter Geſang.
92.
Da haͤuft zum frommen Zug ſich große Kriegesmacht, Und tapfre Helden nahn aus allen Chriſtenreichen, Und manche kuͤhne That wird ruͤhmlich dort vollbracht, Und hoch im Kampfe wallt das heil'ge Kreuzeszeichen. Die Engel Gottes ziehn dem Heer voran zur Schlacht, Es faͤllt die Heidenſchaar von gluͤh'nden Schwertesſtreichen; Die ſtolze Feſte ſinkt, errungen iſt das Grab, Und hoch von Zion ſchaut das blut'ge Kreuz herab.
93.
Auch laͤßt ſich fern auf gruͤnem Bergeshange Im fruͤhen Morgenlicht ein heil'ger Saͤnger ſehn; Er ruͤhrt das Saitenſpiel mit wunderbarem Klange, Daß weit durch alle Welt die hellen Toͤne wehn, Und was ſein Aug' erblickt, das preiſ't er im Geſange Und miſcht mit Lieb und Luſt das wilde Schlachtgetoͤn. Um ſeine Locken ſcheint ein goldner Glanz zu ſpielen, Sein Geiſt ſchon jetzt den Ruhm, der einſt ihn kraͤnzt, zu fuͤhlen.


