Druckschrift 
E. Chr. v. Kleist's Gedichte
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Schilderung des Vorganges folgen. Damn ſetzt er mit kecker Naivetaͤt hinzu:

Dies iſt Alles. Unſer Verluſt iſt kaum 1500 Mann. Die Oeſtreicher wer⸗ den es fuͤr eine Schlacht ausgeben, aber kein Vernuͤnftiger wird es dafuͤr halten.

Geduld! Ihr ſtolzen Sieger! Ihr ſollt bezahlt werden; Alles bei uns iſt bis zur Raſerei aufgebracht!

Freilich mag uns der Triumph, den der

zuͤrnende Krieger auf die Nicht⸗Schlacht bei Hochkirch ſetzt, ein Laͤcheln ablocken. Aber der Kriegsmann im Felde fuͤhlt anders, und ſoll anders fuͤhlen, als der hiſtoriſche For⸗ ſcher. Nachdem nun Kleiſt auf dieſe Art ſeinem Herzen uͤber die Hauptſache Luft ge⸗ macht hat, laͤßt er, wie ein Poſtſcript, bei⸗ nahe die paar ruͤhrenden, etwas ſchmerzver⸗ wirrten Zeilen folgen:

Die Ruſſen ſind auf meinem Gute geweſen, und haben mir alles genom⸗ men. Nun bin ich mit meinen armen Bauern und Geſchwiſtern ganz ruinirt.

Ich habe immer gedacht, noch einmal zu Hauſe zu ſterben, wenn ich's im Kriege nicht wuͤrde; aber nun Er bricht ab. Der tieffuͤhlende Lorenz Sterne ſagt: Gott ſchickt warmen Wind, wenn das Lamm geſchoren iſt. Unſerm tapfern Dichter