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E. Chr. v. Kleist's Gedichte
Entstehung
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Die Entſtehung dieſes Liedes, berichtet Kleiſt ſeinem Gleim mit folgenden Worten: Daß Ihnen meine Hymne gefaͤllt, freut mich ſehr. Wie große Luſt ich auch habe, etwas zu machen, ſo hab' ich doch keine Erfindungen mehr, woraus ich was machen kann. Vielleicht ſchaffen mir meine Soldaten wieder Erfindungen, denn jene Hymne hab' ich ihnen wirklich zu danken. Sie haben naͤmlich die Gewohnheit, daß ſie des Morgens auf dem Marſche, ehe ſie Lieder vom Koͤnig von Preußen an⸗ ſtimmen, geiſtliche Lieder ſingen. Eines Morgens ſangen ſie eins, worin eine Stelle vorkam: daß Gott uns viel Gu⸗ tes erweiſe, daß er uns Freunde gebe, und daß man ihn loben muͤſſe u. ſ. w. Dies ruͤhrte mich ſo, daß ich voraus⸗ ritt, und viel weinte, und die Hymne entwarf.

Welche Fuͤlle von Froͤmmigkeit, dichteri⸗ ſcher Weichheit und heldenfeuriger Kampfes⸗ luſt in dem edeln Geiſte! Doch immer beſtimmter ſah er nach dem ſchon fruͤher an⸗ gedeuteten Friedenshorizont jenſeit des Krie⸗ ges hinaus. Ihm waren 50 andre Majors vorgezogen, welches ſich damals mit den Ge⸗ ſetzen der aͤußern Ehre nicht vertrug, und er wollte zwar aus ganzer Seele gern fuͤr ſei⸗ nen großen Koͤnig bluten und ſterben, aber