26
rede auf den ſeligen Major Goͤtze. Wie er eben die Leichenrede gehalten hat, kommt die Nachricht, daß ich verſetzt ſey. Er ruft in dem naͤmlichen Augenblicke in der Geſellſchaft aus(in der ich ſelbſt nicht war):„OHimmel, ſchon wieder eine Leichenrede!“ Als er mich nachher ſah, fiel er mir um den Hals und weinte, und ich habe die Freude, das dieß faſt Alle thun!“ Das war wohl recht, wie es die Englaͤnder ſo tief bedeutſam nennen: the joy of grief! Die Wonne der Wehmuth
—
Was unſern edeln Krieger vorzuͤglich ſchmerzte, war, daß nach ſeinem Abgange vom Regimente des Prinzen Heinrich dieſe tapfere Schaar in faſt zahlloſen Gefechten Ruhm erworben und Blut verloren hatte. Von ſeiner ehemaligen Compagnie waren im Juli 1757 nur noch 43 geſunde Leute uͤbrig. Vier Majors hatten den Tod auf dem Felde der Ehre gefunden!— Wenn dagegen auch eini⸗ gemal um Leipzig her Kampfesgewoͤlke her⸗ aufzogen,— nur zu bald fuͤr die Sehnſucht des tapfern Saͤngers waren ſie wieder ver⸗ theilt. Er begann in dieſer Zeit ſein kleines Epos, Ciſſides und Paches, zu dichten, oder — wie er ſelbſt es beſſer benennt— ſeinen


