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E. Chr. v. Kleist's Gedichte
Entstehung
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dienſt begebe. Wenigſtens war es eine noth⸗

wendige Bedingung, daß Kleiſt den daͤniſchen Dienſt mit irgend einer Anſtellung in Sach⸗ ſen oder Polen vertauſche. Der von ſeinen laͤndlichen Bildern noch umbluͤhte, in den ſtrahlenden Wonnen der erſten Liebe lebende Dichterjüngling haͤtte wohl damals ſein liebes Schwert hingegeben um die ſchoͤnere Braut. Aber es ward mit allen Verſuchen zu jener Anſtellung nichts. Der Urlaub lief ab, Kleiſt mußte ſich von der Geliebten trennen, ohne irgend eine beſtimmte Hoffnung auf einſtige Verbindung. Es war ein tiefer Schmerz, aber noch kein verletzender, an dergleichen es jedoch leider ſpaͤterhin auf keine Weiſe in dem Leben des Dichters feh⸗ len ſollte.

Seine Ruͤckkehr nach Kopenhagen galt nicht fuͤr lange Zeit.

Bald, nachdem Koͤnig Friedrich der Große den preußiſchen Thron beſtieg, berief er wie mehre ſeiner anſaͤſſigen Edelleute auch Ewald von Kleiſt aus den fremden Kriegsdienſten in die ſeinigen. Man hat darin ein Anerkenntniß von Kleiſt's Verdien⸗ ſten zu finden gemeint, aber es ſcheint nicht glaubhaft, daß der Bjaͤhrige Juͤngling ei⸗ nen Glanz um ſich her ausgeſtrahlt habe, der

von Kopenhagen bis Potsdam gedrungen ſei.

Er that in einem untergeordneten Poſten