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und Mathematik, und ergab ſich einem echten Dichterſtudium der antiken Welt. Er ſchrieb in dieſer Zeit lateiniſch eine philoſophiſche Diſſertation, trat haͤufig als Opponent der Doctoranden auf, und ließ ſich ſogar— ob⸗ zwar anonym— bei Gelegenheit eines da⸗ mals ausgebrochenen theologiſchen Streites, auch hieruͤber in einem gedruckten lateiniſchen Briefe vernehmen, der großes Aufſehen er⸗ regte, ohne daß man den Verfaſſer errieth.
Nach beendigten Univerſitaͤtsjahren harrte der Juͤngling lange, aber vergeblich auf eine Anſtellung, da ſeine desfallſigen Bewerbun⸗ gen erfolglos blieben. 3
Eine Reiſe nach Kopenhagen, wo zwei Schweſtern ſeines Vaters angeſehenen Maͤn⸗ nern vermaͤhlt waren, ſollte ihm vermuthlich die Thaͤtigkeit, welche der heimiſche Boden
verſagte, unter dem Schutze des Auslandes
erringen.
Jene Oheime waren der Generallieute⸗ nant von Staffeld und der General von Folkerſahm. Kleiſt ward liebevoll von den Verwandten empfangen, und gewann ihr Wohlwollen in hohem Grade. Begreif⸗ licher Weiſe aber konnten ihm beide Kriegs⸗ maͤnner zu einer Anſtellung im Civilfach nur auf ſehr bedingte Weiſe nuͤtzen. Den kraͤftig küͤhnen, gut unterrichteten Neffen als Offi⸗ zier eintreten zu laſſen, war leicht. Zudem


