er in der Reihe der akademiſchen Privatdocen⸗ ten einzunehmen wuͤnſchte. Unter ſeinen Be⸗ kannten fand er Freunde, die ſich in Verbin⸗ dung mit ihm eben ſo thaͤtig als er mit der alten Literatur beſchaͤftigten. Mit entſchiede⸗ ner Vorliebe ſtudirte er die Homersſchen Ge⸗
dichte. Einer ſeiner literariſchen Plane war,
eine Geſchichte der lyriſchen Poeſie der Grie⸗ chen zu ſchreiben. Alle dieſe Studien trugen nicht wenig dazu bei, ſeinen Geſchmack fuͤr das CElaſſiſche zu bilden, und ſeine Phantaſie vor den gewoͤhnlichen Verirrungen im Gebiete der Romantik zu ſichern Die aͤchte Romantik wußte er nach ihrem ganzen Werthe zu ſchaͤz⸗ zen. Die Wiedererweckung der deutſchen Poeſie des Mittelalters freute ihn ungemein. Unter den engliſchen Dichtern waren ihm Shakſpeare und Spencer die liebſten, unter den italieni⸗ ſchen Arioſt. Auf dieſe Art erweiterten ſich ſeine Kenntniſſe zugleich mit ſeinem poetiſchen Geſichtskreiſe, als er die Caͤcilie kennen lernte, die in der Geſchichte ſeines Geiſtes Epoche macht.
Caͤcilie, die Tochter eines goͤttingiſchen Gelehrten, hatte alle Eigenſchaften, die einen jungen Dichter von Ernſt Schulze's Denk⸗ und Sinnesart bezaubern mußten. In der vollen Bluͤthe der Jugend, reizend vor Vielen ihres Geſchlechts, von zarter Sittſamkeit, empfaͤng⸗ lich fuͤr alles Schoͤne, geiſtvoll, und von hinreiſ⸗


