Teil eines Werkes 
1. Theil (1831)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

13

erwiederte auf die Frage, was ihm fehle, er ſei in ſeinem Leben nicht gluͤcklicher geweſen. Von Natur ein wenig verſchloſſen, verhehlte er auch ſeinen Freunden leicht, was ein Ge⸗ heimniß ſeines Herzens bleiben ſollte. Aber es verrieth durch die Umſtaͤnde ſich ſelbſt. Seine

˙ Phantaſie ſuchte einen Gegenſtand, in dem ihm die Idee des Schoͤnen verkoͤrpert erſchien. Ernſthafter und in ſich gekehrter wurde er ſchon lange vorher, ehe er die Caͤcilie gefunden hatte, die an Leib und Seele ſeinem Ideale von weiblicher Liehenswuͤrdigkeit entſprach. Indem er bald hier, bald dort ſich naͤher anzuſchließen ſtrebte, war fuͤr ihn ſchon die Lebensperiode voruͤber, von der er in einer ſeiner Elegien ſagt:

Wahrlich ich habe gelebt! Nicht reut mich die froͤhliche Wildheit. Feſt an die feurige Bruſt druͤckt ich das 4 bluͤhende Sein, Kuͤßte die ſcheidende Luſt, und der nahenden lacht' ich entgegen, Und zur geliebteſten Braut ward die Mi⸗ nute mir ſtets.

Waͤhrend dieſer Zeit des Suchens einer Liebe, die ſein Herz ausfuͤllen ſollte, bereitete er ſich auch mit ernſtlichem Fleiße in ſeinen philologiſchen Studien auf die Stelle vor, die