Teil eines Werkes 
1. Bd. (1847)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

,

245

Der Metzger verdankte dieſe ehrenvolle Wahl den vor⸗ trefflichen Wuͤrſten, welche er ſonſt indas Gaſthaus zum Horn des Ueberfluſſes geliefert hatte und Modeſtus, der ſich dankbar der guten Mahlzeiten bei Meiſter Bonhommel erinnerte, bezahlte ſo die Schuld Gorenflot's.

Von den Kuͤchen und Kellern brauchen wir gar nicht zu ſprechen. Die Spaliere des Kloſters an der Morgen⸗ und Mittagsſeite gaben unvergleichliche Pfirſiche, Apriko⸗ ſen und Trauben und überdies ſorgte ein gewiſſer Bruder Euſebius, welcher die berühmten Confituren geliefert

hatte, die das Stadthaus von Paris den beiden Koͤniginnen

bei dem letzten ceremoniellen Banket bot, fur eingemachte Fruͤchte und Süſſigkeiten.

Den Keller hatte Gorenflot ſelbſt gefullt, nachdem er jenen in Burgund ausgeleert, denn er hegte die Vorliebe, die allen ächten Trinkern angeboren iſt, welche im Allge⸗

meinen behaupten, nur der Wein von Burgund ſei eigent⸗

lich Wein. Im Schooße dieſer Priorei, einem wahren Paradieſe fur Nichtsthuer und Gutſchmecker, in dem praͤchtigen Ge⸗

mach im erſten Stock, deſſen Balcon auf die Heerſtraße ſieht,

finden wir Gorenflot wieder miteinem Kinn mehrund jener Art ernſter Wuͤrde, welche ungeſtörte Ruhe und ununter⸗ brochenes Wohlſein auch den gemeinſten Geſichtern giebt.

In ſeinem ſchneeweißen Gewande mit dem ſchwarzen Kragen, welcher ihm die breiten Schultern waͤrmte, konnte ſich Gorenflot nicht ſo frei bewegen wie in der grauen ein⸗ fachen Moͤnchskutte, dagegen ſah er um vieles majeſtäti⸗ ſcher aus.