Teil eines Werkes 
1. Bd. (1857)
Entstehung
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Nein.

Ich werde ſie Ihnen ein andermal erzählen. Laſſen wir uns dadurch nicht aus dem Concept bringen. Dies iſt auch der Grund, weßhalb die Geſpen⸗ ſter, was ſelten geſchieht, ſich entſchließen zu erſcheinen, die ſtürmiſchen Nächte wählen, wo es Donner und Blitz und Wind gibt: das iſt ihre Mise-en-Scène.

Ich muß geſtehen, daß dies alles nur zu wahr iſt.

Warten Sie! es gibt gewiſſe Sekunden, wo ſelbſt der muthigſte Menſch einen Schauer über den Rücken rieſeln fühlt; in der Zeit, als ich noch keine Pulsadergeſchwulſt hatte, iſt es mir zehnmal geſche⸗ hen, wenn ich über meinem Haupte den Blitz der Säbel zucken und in meinen Ohren den Donner der 8 Kanonen dröhnen hörte. Seit ich freilich eine Puls⸗ adergeſchwulſt habe, laufe ich dahin, wo der Blitz zuckt und der Donner grollt; aber ich habe eine Chance; wahrſcheinlich wiſſen dies die Geſpenſter nicht und glauben, ich könne Furcht haben.

Während das unmöglich iſt, nicht wahr? fragte Sir John.

Was wollen Sie, wenn man, ſtatt Furcht vor dem Toͤd zu haben, mit Recht oder Unrecht, einen Grund zu haben glaubt, den Tod zu fürchten, ſo wüßte ich nicht, weßhalb ich Furcht haben ſollte; aber ich wiederhole Ihnen, daß die Geſpenſter, die im Uebrigen viel wiſſen, dies gerade nicht wiſſen. Das wiſſen ſie jedoch, daß das Gefühl der Furcht ſich durch den Anblick oder das Vernehmen äußerer Dinge mehrt oder mindert. Wo erſcheinen zum Bei⸗ ſpiel die Geſpenſter vorzugsweiſe: an dunkeln Orten,